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Scale Crawler – Setup Tipps & Tricks

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Wer kennt es nicht? Man fährt alleine mit seinem Scaler über Wochen oder Monate hinweg, investiert in Tuning von dem man denkt – besser geht nicht und ist sich auch sicher man hat das beste Fahrzeug überhaupt. Und dann kommt der Zeitpunkt an dem man jemanden kennen lernt der das gleiche Hobby ausübt und man sich trifft – um dann festzustellen das der das selbe Fahrzeug mit viel weniger Tuning hat, es aber einfach besser fährt….

Um wirklich feststellen zu können ob ein Fahrzeug gut funktioniert, braucht man entweder viel Erfahrung oder eben den Vergleich zu anderen und da bieten sich in Österreich sowie auch in vielen anderen Ländern verschiedenste Möglichkeiten – sei es bei entspannten Scalewanderungen, Wettbewerben wie der „Austrian Scale Team Series“ oder ähnlichen Veranstaltungen oder GTG´s. Und alles natürlich ganz entspannt.

Leider wird oft in den Begriff „Wettbewerb“ oder „Competition“ zu viel Ernst hinein interpretiert. Denn, die meisten Veranstalter sind bemüht das „Zusammen sein“ und den „Spaß“ in den Vordergrund zu stellen. Und gerade das ist der Grundbaustein der uns zusammen schweißt und uns vor allem wissen lässt ob unsere RC Autos auch wirklich eine gute Figur machen.1375878_573790712668362_2128951174_n

UND ES IST GANZ EINFACH DEIN AUTO FIT ZU MACHEN – es gibt 5 einfache Grundregeln für ein gutes Start-Setup und Fahrspaß ist garantiert! 

1. Gewicht senken

Hier ist Vorsicht geboten – es ist ein riesiger Unterschied zwischen niedrigem Gewicht oder der Aussage „Gewicht senken“. In der Welt der 2.2″ RC Crawler ist momentan sehr stark der Trend zum absoluten Leichtgewicht zu verfolgen, in dieser Klasse ist das wohl auch der absolut richtige Weg. Für Scaler oder Scalecrawler lautet aber der richtige Weg – senke deinen Schwerpunkt! Das bedeutet, versuche schwere Komponenten so tief als möglich zu platzieren, vor allem der Akku spielt eine große Rolle und wird oft unnötig hoch montiert. Versucht diesen und auch sämtliche andere Komponenten so tief als möglich – und gleichzeitig mit leichtem Übergewicht nach vorne – zu fixieren. Ihr werdet bei der nächsten Ausfahrt die positiven Auswirkungen sofort merken!

Das Fahrzeug kippt wesentlich später und ist auch bei Steigungen leistungsfähiger… Ihr braucht euch in diesen Fahrzeugklassen kaum Gedanken um das Gesamtgewicht machen, hier macht wirklich einzig und allein die Gewichtsverteilung den Unterschied. Durch das Absenken des Schwerpunktes könnt ihr auch mit gutem Gewissen ein paar Scaleparts am Dach eures Fahrzeugs montieren…

Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten den Schwerpunkt zu senken – sehr einfach und effektiv zum Beispiel durch das Beschweren oder „Aufbleien“ der Räder. Dazu könnt ihr beispielsweise KFZ Auswuchtgewichte verwenden, diese kommen in Streifen und können bequem im Felgenbett fixiert werden. Gerne verwendet werden auch die sogenannten „Beef Tubes“ – das sind meist Stahlrohre (die man hauptsächlich für AX10/SCX10 Achsen erhält) die in den Achsen eingelegt werden und nicht nur den Schwerpunkt senken, sondern zusätzlich auch die Stabilität der Achsen erhöhen.1375743_544760862262437_1588216860_n

Zusammenfassung: Nicht das Gewicht entscheidet sondern der Schwerpunkt macht den Unterschied!

2. Aufhängung / Stoßdämpfer

Man findet im Internet und in den diversen Foren hunderte dieser „Poser-Shots“, oder auch „Flex-Shots“ genannt. Sie zeigen die Fahrzeuge mit gigantischer Verschränkung und es wirkt vor allem auf Neueinsteiger imposant und löst meist das Gefühl aus das ein RC Offroad Fahrzeug viel Verschränkung haben muss. Das stimmt so aber nicht – zu mindestens nicht in Verbindung mit den gesperrten Differentialen die wir zwingend brauchen um Vortrieb zu haben. Übermäßig große Verschränkung führt zu wesentlich mehr Nach- als Vorteilen. Zu weiche Stoßdämpfer und viel „Flex“ führen nur zu unerwünschten Effekten wie den „Torque Twist“ oder ein Überrollen bei Schrägfahrten, rückwärts kippen bei Bergauf Fahrten um nur die Wichtigsten zu nennen…

All diese Symptome lassen sich mit etwas weniger Verschränkung und etwas härteren Stoßdämpfern an der Hinterachse vermeiden oder minimieren.IMG_0725

Zusammenfassung: Manchmal ist weniger mehr – dies gilt bei der Verschränkung auf jeden Fall! Und gerade an der Hinterachse darf die Aufhängung etwas „härter“ abgestimmt sein!

3. Hinten härtere Einlagen

Den Einlagen – auch Foams genannt – in den Reifen wird oft sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt – zu Unrecht. Denn ein gutes Einlagen-Setup ist die halbe Miete und sorgt für den richtigen Grip. Vorne darf es ruhig ein wenig weicher sein, allerdings nicht zu weich, gerade so das die Reifenflanken beim Einlenken nicht „wegknicken“. Viel wichtiger ist es aber die hinteren Foams eine Spur härter zu wählen. Nur weshalb? Das ist ganz einfach erklärt: Sind die Einlagen hinten zu weich gewählt habt ihr zu viel Grip an der Hinterachse – ja auch das kann vorkommen 😉 Habt ihr nun einen steilen Anstieg und baut hinten zu viel Grip auf, ist ein Überschlag nach hinten bereits vorprogrammiert. Selbiges gilt auch bei sehr vielen Hindernissen. Leider gibt es kein „Grundrezept“ das überall funktioniert, die Einlagen sind einfach von sehr vielen Faktoren wie Gesamtgewicht, Reifengröße etc. abhängig. Hier muss einfach probiert werden oder man holt sich „Start-Setup“ Tipps in spezifischen Foren (z.B. www.rccrawler.at ).

Crawler Innovations bietet beispielsweise ganz tolle Einlagen in allen Größen und in verschiedenen „Härtegraden“.
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Zusammenfassung: Vorne gerne etwas weicher, hinten aber auf jeden Fall eine Spur härter! 

4. Die Lenkung

Bei der Lenkung gibt es 2 wesentliche Punkte zu beachten – den Lenkeinschlag und die Haltbarkeit. Um für richtig Lenkeinschlag zu sorgen benötigt man meist „High Clearance Knuckles“ und passende CVD´s, diese ermöglichen mehr Knickwinkel als die originalen „Dogbones-Achsen“. Positiv – eigentlich alle Nachrüst Knuckles sind bereist aus Aluminium und erhöhen die Stabilität enorm und auch die CVD´s sind teils auf Haltbarkeit ausgelegt – aktuell bietet Vanquish Products passende Produkte, die auch sehr haltbar sind, an.

Diese Investition lohnt sich allemal, einmal mit erhöhtem Lenkeinschlag gefahren, möchte man diesen garantiert nicht mehr missen. Um wirklich keine Lenkungsdefekte zu riskieren kann man auch noch ein Aluminium-Servohorn verbauen – vorsicht ist hier nur bei Scalecrawlern geboten, denn sollten damit auch Sprünge und ähnlich rauer Einsatz an den Tag gelegt werden, ist man gut beraten einen Servosaver zu verbauen um einen Getriebeschaden vorzubeugen, bei langsamen Fahrzeugen ist dieser aber meist kontraproduktiv.

Ein stärkerer Servo ab 15kg ist eigentlich immer empfehlenswert, setzt aber meist auch die Verwendung eines externen BEC´s voraus.
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Zusammenfassung: High-Steer Knuckles und CVD´s dienen nicht nur dem Lenkeinschlag sondern auch der Stabilität!

5. Der Antriebsstrang

Hier entstehen oft die meisten Defekte – und wären aber so einfach vermeidbar. Nehmen wir beispielsweise den Axial SCX10 her. Dieser wird von Haus aus mit einem „Slipper“ ausgeliefert. Der Slipper schützt den Antriebsstrang vor Überlast und kann durch eine Mutter am Hauptzahnrad eingestellt werden. Aber die Einstellung des Slippers ist extrem wichtig. Zieht man diesen zu wenig fest, ist das natürlich subotimal, das Fahrzeug würde bereits an leichten Steigungen keinen Vortrieb mehr zeigen da die „Rutschkupplung“ bereits „greifen“ würde. Zieht man den Slipper komplett fest werden mit ziemlicher Sicherheit zuerst Komponenten wie Zahnräder oder Antriebswellen ihren Dienst quittieren bevor die Rutschkupplung greift. Also nur für Leute mit gefühlvollem Gasfinger empfohlen. Wie ist es denn nun „richtig“?

Als gutes Mittelmaß hat sich die Einstellung wie folgt herausgestellt: Slipper zuerst fest anziehen und danach ca. eine halbe Umdrehung öffnen – nun sollte dieser erst bei grenzwertiger Belastung ansprechen. Achtet darauf das die Zahnräder im Getriebe und in den Achsen immer gut geschmiert sind! Ich verwende mit Vorliebe Trockenschmierstoff, den gibt es zum Beispiel von Dry Fluid. Der Antriebsstrang läuft dadurch wesentlich leichter und auch leiser. Bei den Antriebswellen gibt es viele gute Produkte am Markt, aber auch die neuen WB8 Driveshafts von Axial erfüllen ihren Zweck und sind im Großen und ganzen sehr robust. Ein tolles Feature ist auch die Getriebeabdeckung für die SCX10 / Wraith Getriebe – diese verhindern ein Eindringen von Schmutz und Steinchen und können so Schäden vorbeugen. antriebsstrang-und-getriebe

Zusammenfassung: Gute Antriebswellen, Staubschutz und ein gut eingestellter Slipper sind ein guter Anfang!

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel etwas über die wichtigsten Grundlagen und ein paar Setup Tipps näher bringen. Ich werde in meinem nächsten Artikel versuchen euch den Unterschied zwischen RC Crawler, Scaler und Scalecrawler etwas zu erläutern…

Der originale Artikel stammt von Matt Higgins von RC Truck Stop – vielen Dank!

Gerald Murhammer

alias Gerry in der Modellbauwelt unterwegs. Ich stecke all mein Herzblut in dieses Hobby und nehme auch international an verschiedensten Bewerben teil - nicht zuletzt auch um mein Wissen zu erweitern und an euch weitergeben zu können.

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Autor: Gerald Murhammer

alias Gerry in der Modellbauwelt unterwegs. Ich stecke all mein Herzblut in dieses Hobby und nehme auch international an verschiedensten Bewerben teil - nicht zuletzt auch um mein Wissen zu erweitern und an euch weitergeben zu können.

2 Kommentare

  1. Gartinger, Werner

    15/11/2015 @ 19:53

    Hallo Gerry,
    das mit dem Gewicht nach vorn ist deshalb richtig, weil es beim Bergauffahren zu einer
    DYNAMISCHEN ACHSLASTVERLAGERUNG kommt. Das Gewicht verlagert sich auf die Hinterachse. Das Fahrzeug verliert vorne die Führung und wühlt sich auch gerne hinten
    ein. Es kann dann am Hang auch zur einer Seite wegdriften und sich überschlagenderweise nach unten bewegen, wenn es zu sehr quer zum Hang steht bzw. fährt.
    Das Gegenteil erleben oder kennen wir vom Bremsen. Hier geht durch die negative Beschleunigung die Achslast auf die Vorderachse. Jeder kennt also diese Effekte aus eigener Erfahrung.
    Bei meinen Tamiya CC01 Toyota habe ich vorne noch Bleigewichte in der Wanne untergebracht.

    Toller Beitrag hat mir sehr gefallen. Ich werde mir einen Dingo aufbauen. Muss es in meinem Alter mal ruhiger angehen lassen – nicht immer Racing.

    Viele Güsse aus Burbach bei Siegen
    Werner

    Antworten

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