Schiffsverkehr im Miniatur Wunderland Hamburg

Die Hamburg Cruise Days 2019 sind vorbei. Dieses Jahr besuchten 12 der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt die Hafenstadt. Auch eine Tradition: Die beeindruckende Inszenierung der Sehenswürdigkeiten rund um den Hafen durch kobaltblaues Licht – Ein Gesamtkunstwerk des deutschen Lichtkünstlers Michael Batz.

„Schiffe gucken“ kann aber auch, wer das Ereignis verpasst hat! Etwas kleiner als im Original befahren insgesamt 16 RC-Schiffe das 30.000 Liter fassende Echtwasserbecken des Miniatur Wunderlandes in Hamburg. Das Highlight unter diesen: Der Kreuzfahrtdampfer AIDAblu mit einer stolzen Gesamtlänge von 2,2 Metern (damit im Maßstab 1:115) feierte seinen Stapellauf 2009 und bleibt seitdem wacker auf Kurs. Über 1.000 Stunden Bauzeit stecken in dem Modell und ein kräftiger Akku treibt fünf Elektromotoren an – Zwei Antriebsschrauben, je ein Bug- und Heckstrahlruder und das Hauptruder. Die wirkliche Besonderheit des Schiffes mit der Nummer 13 ist jedoch, dass es eines der ersten Modelle mit neuester Ortungstechnologie aus dem Hause des Wunderlandes ist.

Skandinavien-Kreuzfahrt / Scandinavia Cruise / Miniatur Wunderland Hamburg

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Was steckt dahinter?

Wie auch die knapp 10.000 Autos, die auf den Straßen des Wunderlandes fahren, sind die Schiffe weder kabel- noch magnetgebunden. Auch werden sie nicht ausschließlich manuell ferngesteuert – Ein zentraler Mikroprozessor kommuniziert mit allen aktiven Fahrzeugen und kann diese lenken. Das Ziel ist es, ein möglichst autonomes Verhalten zu simulieren, welches auf die lokalen Verkehrssituationen reagieren kann und dadurch besonders realistisch wirkt.

Modellbahn Knuffingen – Die Stadt der Automobile bzw. DC Car und Mini Cars im Miniatur Wunderland

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Für den Schiffsverkehr wurden 16 Infrarot-Kameras an der Decke der Halle angebracht, welche die gesamte Wasseroberfläche inklusive der Häfen im Blick haben. Diese kommunizieren Infrarot-LEDs an den Schiffen, die jeweils eine eindeutige Kennung haben. Dabei gibt der Funksender ein an ein bestimmtes Schiff gerichtetes Signal, woraufhin dessen LEDs antworten und so nicht nur die Position anzeigen, sondern sogar Dreh-, Roll- und Neigewinkel des Rumpfes. Rund 60 solcher Ortungen werden pro Sekunde berechnet und an das System für Fahrzeugsteuerung weitergereicht. Dieses liest die Daten aus und kann so Routen planen, inklusive möglicher Abweichungen zum Beispiel für Ausweichmanöver.

Das System vergleicht schließlich die vordefinierten Routen und Fahrwege mit der tatsächlichen Position aller Fahrzeuge und weiß so, ob sie Kurs halten oder nicht. Auch komplexere Manöver wie das Durchfahren einer (voll funktionstüchtigen) Schleuse kann mittels dieser Berechnungen automatisiert werden. Dabei bleibt die simulierte Schifffahrt ein kontinuierliches Ausbaugebiet für das Team des Miniatur Wunderlandes. Noch müssen die „Kapitäne“ mittels Controller Steuerbefehle für filigrane Aktionen liefern, doch mit der andauernden Erweiterung der eingesetzten Hard- und Software könnte der Computer bald sogar Hafeneinfahrten inklusive Anlegen, Be- und Entladen übernehmen. Zumindest die Fahrt auf „großer See“ kann aber schon komplett von der Software berechnet und ausgeführt werden.

Eine Reise durch's Miniatur Wunderland

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Das Miniatur Wunderland Hamburg beherbergt darüber hinaus die größte Modelleisenbahn der Welt und stellt auf 1.500 Quadratmetern Fläche auch ganze, liebevoll nachgebaute Städte zur Schau. Informationen zu Öffnungszeiten und Preisen können der offiziellen Webseite entnommen werden.

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