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Airbrush Design des Cross RC MC6 von Spritzwerk

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RC4WD

Auch schon einmal daran gedacht für die Gestaltung deines Modells zur Airbrush zu greifen? Nein? Dann schau dir jetzt mal Peters Cross RC MC6 an, vielleicht inspiriert es dich ja ein wenig. Für alle anderen, Airbrushbegeisterten und Interessierten, hab ich hier mal ein fettes Spritzwerk Tutorial mit massig Hintergrundinfos geschnürt.


Ich dachte schon, mein Schwein pfeift, als Peters Karton bei mir im Spritzwerk Shop ankam. Schnell und neugierig ausgepackt war ich etwas irritiert, wie fett der Cross RC MC 6 doch nun in Wirklichkeit ist. Aber gut, das ist dann ja mal eine Herausforderung, die alleine mit der Gun eher einem Selbstmordkommando gleichkäme. Somit war schnell klar, dass ich da wohl auch zur Sprühdose und dem Pinsel greifen werde um schnell ans Ziel zu kommen. Aber, fangen wir mal von vorne an…

Die Grundidee

Wenn man nach dem MAN Kat 1 sucht, findet man schnell viele gleiche Fotos. Die ersten beiden Suchergebnisseiten sind voll mit Militärischen- oder einfarbigen Fahrzeugen. Das ist zwar nett, aber doch etwas langweilig und darum dachte ich mir, ich versuch mal etwas abgefuckteres. *Hust* jaja, so hässliche Worte benutzen wir nicht, darum nennen wir das einfach „Vintage Rat Look“. Ziel dabei sollte es sein, eine angerostete, echt alt- und gebraucht wirkende Patina zu erreichen, und dem Fahrzeug somit eine spannende Geschichte zu verleihen. Vielen von euch wird der Begriff „Weathering“ ja sicher schon ein Begriff sein.


Dabei sollten die Grundfarben im Design von Gery’s Modellbaublog gehalten sein. Dazu finden wir auf der Seite die Farbtöne weiß, blau & grau. Als Schriftfarbe dann wieder schwarz. Auch das Blog- sowie unser Shop Logo werde ich miteinbauen, dazu noch ein paar Sponsorenlinks.

Gut, soweit ich das geklärt, geht’s jetzt an die Vorbereitung.

Verwendete Materialien

Um die Grundfarbe für mein Design zu erzeugen benötigt der Truck mal einen einheitlichen Farbton. Da ich als quasi unterste Schicht eine Grundierung imitieren will, nehme ich den Farbton „Natur White – Naturweiß“ von Molotow. Molotow stellt Graffitisprühdosen her, welche sich auch super zweckentfremden lassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es geht super schnell, die Trocknungszeit ist gering und die Haftung der Hammer. Haftgrund würde aber auch gehen.

Außerdem benutze ich unterschiedliche Airbrushfarben von Createx, ein altes Schliefvlies sowie Pinsel und natürlich eine Airbrushpistole. In meinem Fall eine Iwata Kustom Eclipse CS mit 0,35 mm Düsensatz. Um die Schriftzüge wirklich scharf und gerade abzubilden, kommt auch mein Silhouette Plotter zum Einsatz, der mir aus Schablonenfolie die Schrift schneiden wird.

Mit Sprühdosen sollte man eher im Freien hantieren da sie doch etwas mehr Farbnebel verursachen als die Airbrushpistole. Wenn du eine Lackierkabine oder eine Absaugung hast…noch besser. Ich hab glücklicherweise eine Absaugung, also geht’s drinnen zur Sache.

Die Grundierung und Patina

Nach knapp 20 Minuten war die Farbe dann komplett durchgetrocknet und es kann an die erste echte Farbschicht gehen. Da ich ja eine rostähnliche Patina brauche, habe ich mir mit Createx Illustration Blunt Trauma Umber und Wicked Color Detail Orange einen braun-orangenen Farbton angemischt. Die Farben kommen vom gleichen Hersteller und trotzdem sie über unterschiedliche Bindemittel verfügen, lassen sie sich mit dem selben Verdünner mischen. Alles schnell auf einem Keramikteller zusammengerührt und schon geht’s los. Ich verwende die „Drybrush“ Technik um eine großflächige Patina zu erzeugen. Dazu nehme ich einen günstigen kleinen Borstenpinsel und trage die Farbe nur partiell relativ nass auf. Sofort danach greife ich zu einem Baumarktpinsel und stupfe, reibe und pinsle die Farbe trocken in die Fläche.

Die Farbe trocknet relativ zügig, man sollte also immer nur eine Fläche bearbeiten, da der wesentliche Teil unmittelbar während des Antrocknens stattfinden sollte. Es kommt jetzt nämlich das alte Schleifvlies zum Einsatz, mit dem ich die gerade eben aufgetragene Farbe wieder teilweise entferne. Der Grund hierfür ist, dass es immer schwerer wird die Farbe wieder abzubekommen, wenn sie mal richtig durchgetrocknet ist. Das Schleifvlies forme ich dazu zu einer Art Kissen und versuche die natürliche Flussrichtung zu beachten. Das ergibt dann später eine realistischere Optik.

Die Blogfarben

Nachdem ich nun alle Teile auf die gleiche Weise bearbeitet habe und das Ergebnis schon ganz gut aussieht, kümmere ich mich im Anschluss um den eigentlichen Farbton, im Falle des Kat 1 also um Blau. Im realen Leben wäre das bei Nutzfahrzeugen meist eine 2K 1-Schicht Uni Lack, ich verwende dafür aber auch wieder Wicked Color Airbrushfarbe auf Wasserbasis. Den Farbton stelle ich mir aus W007 Blau und W001 Weiß her. Ich erhalte damit einen deckenden, hellblauen Ton der in etwa mit Gery’s Logo übereinstimmen sollte. Hier ist etwas Feingefühl gefragt.

Der „Used Look“

Den Farbton habe ich ganz gut getroffen und somit geht’s an den Farbauftrag. Auch hier verwende ich wieder meine Iwata Eclipse Airbrushpistole mit 0,35 mm Düsensatz. Ich arbeite auch hier gleichermaßen mit Airbrush und Pinsel, schleife anschließend mit dem Schleifvlies über manche Stellen um eben einen „Used“ Look zu erzeugen. Hier macht sich der erste, naturweiße Farbauftrag mit Graffitispray enorm bezahlt, denn der ist etwas dicker und steinhart. Somit ist die Gefahr mit dem Schleifvlies auf den Grund durchzuschleifen gering und es kann kaum zu Fehlern kommen. Zeitweise ist hier beim Schleifen schon etwas Kraft gefragt…zuviel der Selben sollten man aber möglichst vermeiden um nicht etwa Teile abzubrechen.

Als nächstes nehme ich den Farbton Sepia zur Hand und sprühe fein und vorsichtig dünne Schichten an manche Stellen. Der Wicked Detail Sepia Farbton geht ins grünliche und erzeugt damit eine „moosige“ Anmutung. Perfekt also für den Vintage Look.

Auch für die Unterseite der Karosserie benutze ich Sepia. Diesmal trage ich etwas Struktur mit dem Pinsel auf und sprühe dann die komplette Unterseite flächig dunkler. Der Aufwand kommt der realistischen Optik sehr zu Gute, denn kein LKW wird auch von unten in Wagenfarbe lackiert. Außerdem ist ein Fahrzeug dieser Klasse und für diesen Zweck enormen Belastungen ausgesetzt, wodurch der Fahrzeugboden schon sehr in Mitleidenschaft gezogen wird und auch dementsprechend aussehen sollte.

Schriftzüge

Fast geschafft, die Grundfarbe ist in Ordnung und es geht jetzt ans Logowork. Ich habe während den kleinen Trocknungszeiten schonmal begonnen die Logos zu vektorisieren.  Für Gery’s Schriftzug war das weniger aufwendig, weiß man welche Schiftart für das Design verwendet wurde. Das Logo selbst habe ich kurzerhand in Corel Draw nachgezeichnet. Auch den Lili-Modellbau.de Schriftzug habe ich direkt in Corel Draw mithilfe gutem Augenmaß reproduziert. Das Spritzwerk Logo hatte ich ja bereits ferig als Vektor vorliegen.

Geplottet hat mein treuer Silhouette Cameo V3, der für uns Airbrusher ein sensationelles Arbeitsgerät darstellt. Als Folie nehme ich immer die Schablonenfolie von Oracal, genauer handelt es sich um die Oramask 810. Sie hinterlässt keine Klebereste und ist auch relativ formstabil.

Nach der Übertragung der Logos und Schriftzüge mittels Transferpapier, geht’s ans ausmalen. Hier nehme ich für die reinen Schriftzüge einfaches schwarz mit ein paar Tropfen Verdünner. Um dem Vintage Look treu zu bleiben werden auch die Schriftzüge und Logos dann etwas abgerockt.

Nachdem alle Logos aufgebracht und dezent verunstaltet sind, geht’s an Finish. Die Ladefläche wird noch etwas dunkler angenebelt, die kleinen Spritzwerk Logos mit Waterslidefolie (Decalfolie) aufgeklebt und letzte Optimierungen sowie kleine Schleifexzesse durchgeführt.

Als krönenden Abschluss sprühe ich dann matten Acrylklarlack aus der Dose über das ganze Modell. Das dient nicht nur dem Schutz, sondern verleiht auch einen gleichmäßig matten Überzug ohne Glanzstellen. Nach der kurzen Trocknungszeit von knapp 30 Minuten und dem nervigen Reinigen der Airbrushpistole sowie Pinsel etc…geht dann bereits an die Fotos.

Das Endergebniss

Ich denke das Projekt kann sich sehen lassen. Bin schon gespannt wie es aussieht wenn Peter das Chassis auf die Räder gestellt hat. Ich hoffe du konntest dir hier ein paar Tricks abschauen, solltest du Fragen haben, dann schreib mir einfach. Bis zum nächsten Mal.

Michael Mild

Michael Mild ist seit 2003 aktiv in der Airbrushszene tätig. Jahrelang war Michael, als Künstler unter dem Pseudonym 2m-artwork, auf zahlreichen Messen und Tuningtreffen mit seiner Airbrushpistole unterwegs, immer mit dem Ziel, jedem Kunden Individualität zu bieten. Seit 2009 betreibt er den größten Airbrushshop Österreichs. Hier unterstützt er Anfänger und Profis mit Fachwissen in den Bereichen Ausrüstung und Material bis über die Grenzen Österreichs hinaus. Michael kreiert immer wieder hochwertige Designs und leitet zudem Workshops. Außerdem schreibt er im Spritzwerk Magazine und diversen Blogs umfassend über alle möglichen Themen rund ums Thema Airbrush & Custompainting.

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Autor: Michael Mild

Michael Mild ist seit 2003 aktiv in der Airbrushszene tätig. Jahrelang war Michael, als Künstler unter dem Pseudonym 2m-artwork, auf zahlreichen Messen und Tuningtreffen mit seiner Airbrushpistole unterwegs, immer mit dem Ziel, jedem Kunden Individualität zu bieten. Seit 2009 betreibt er den größten Airbrushshop Österreichs. Hier unterstützt er Anfänger und Profis mit Fachwissen in den Bereichen Ausrüstung und Material bis über die Grenzen Österreichs hinaus. Michael kreiert immer wieder hochwertige Designs und leitet zudem Workshops. Außerdem schreibt er im Spritzwerk Magazine und diversen Blogs umfassend über alle möglichen Themen rund ums Thema Airbrush & Custompainting.

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